Montag, 13. Mai 2013

Die Wechselwirkung zwischen Qi Gong und Kampfkunst. Teil I.



Liebe Leserinnen und Leser,

anknüpfend an meine gute Idee für den Monat Mai möchte ich in den folgenden Beiträgen noch weiter auf das Thema Qi Gong eingehen. Zu diesem Zwecke beabsichtige ich, in drei Teilen meine schriftliche Ausarbeitung "Die Wechselwirkung zwischen Qi Gong und Kampfkunst" in diesem Blog zu veröffentlichen, die vor nunmehr gut vier Jahren den Abschluss meiner Ausbildung zum Tai Chi - und Qi Gong - Lehrer gebildet hatte. Diese Abschlussarbeit wird wissenschaftlichem Standard gerecht, das heißt, sie verfügt über einen wissenschaftlichen Apparat (Anmerkungen in Hochzahlen mit dem Nachweis des geistigen Eigentums anderer, dessen ich mich für die Entwicklung der eigenen Gedankengänge bedient habe; Literaturnachweis). Die Anmerkungen werden am Ende der Arbeit (und damit also mit der Veröffentlichung des dritten Teiles) auch in diesem Blog geliefert werden.
Nachfolgend präsentiere ich also nun das erste Kapitel der Arbeit:


  1. Zurück zu den Wurzeln – der Nutzen jahrtausendealten Wissens
Oftmals kann der Mensch aus dem Wissen, das sich über Jahrtausende hinweg von Generation zu Generation weitervererbt hat, auch in unserer heutigen modernen Zeit noch Gewinn ziehen. Das trifft in besonderer Form auf das Qi Gong zu.

Als frühester Begründer der chinesischen Heilkunde gilt der Gelbe Kaiser, und in dem von ihm entwickelten „Massieren, Leiten und Führen“ kann man wohl auch die Ursprünge des Qi Gong lokalisieren.1

Diese Therapieformen wurden in die Zeit der Streitenden Reiche (403 – 221 v. Chr.) überliefert, in der Zhuangzi weitere Techniken zur Gesunderhaltung des Menschen verbreitete. Daraus entstand überhaupt erst die Qi Gong – Entwicklung.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Tradition vorwiegend mündlich weitergegeben, und ihre Hauptverbreitungsorte waren buddhistische Klöster, daoistische Schreine sowie Volkssekten daoistischer und buddhistischer Richtung. Alle gebildeten Menschen beschäftigten sich in mehr oder minder großem Maße mit der Praxis des Qi Gong, denn ohne Beherrschung des Qi war es nach allgemeiner Ansicht unmöglich, sich mit irgendeiner wichtigen Sache zu beschäftigen, egal, ob das nun die Malerei, Kalligraphie. Poesie, Astronomie, das Bogenschießen oder Speerfechten anbelangte.2

Einige der Systeme des Qi Gong stehen mit dem Training der Kampfkünste in enger Verbindung. Die ursprünglich nicht kämpferischen Übungen fügte man zwischen die kämpferischen Bewegungen, um die aggressive Aktivität der direkten Kampftechniken auszugleichen und um den inneren Qi-Fluß nicht durch Ungleichgewicht zu unterbrechen. In dieser Ausprägung wurden sie in alle späteren Stile überliefert und sind in den heutzutage aktuellen Kampfkunstformen weiterhin vorzufinden.

Jedoch werden sie heutigen Tages meist isoliert betrachtet und oftmals im Sinne von Fitnessübungen missverstanden, doch die Meister betonen ausdrücklich, dass derartige Interpretationen Irrwege sind und nicht bis zur tieferen Bedeutung der Yi-jin-jing – Übungen vordringen. Vielmehr wurde in den Übungen die innere Arbeit betont. Die Idee der Yi-jin-jing wurde seit mehr als 1000 Jahren in den Kampfkünsten gepflegt und geübt. Man kann durchaus behaupten, dass beinahe alle Kampfkünste auf ihrer Basis entstanden oder zumindest von ihnen beeinflusst worden sind.

Oftmals wird im Westen der Fehler begangen, Qi Gong als eine Art Sport zu betrachten, besonders was die Kampfkünste anbelangt. Doch Qi Gong ist weit mehr und von den Inhalten sehr vielfältig. Es schult den Atem, beinhaltet die spirituelle Entwicklung und die Beruhigung des Geistes. Da es auf der chinesischen Medizin basiert, kann man es durchaus als ein abgeschlossenes Gesundheitssystem ansehen. Und vor allen Dingen lehrt es die Entwicklung und Lenkung des Qi, was natürlich nicht unter dem Aspekt des Sporttreibens zu erreichen ist. Auf all diese Aspekte sind die Bewegungen und Meditationstechniken abgestimmt. Sie werden zum Teil schon seit 3000 Jahren praktiziert, weiterentwickelt und verbessert. Ein Unterricht im Qi Gong darf daher auch nie von dem Gesichtspunkt eines sportlichen Trainings erfolgen, denn Qi Gong ist niemals einfach nur eine Bewegung, die man nachvollziehen kann, wie man heute in den Kampfkünsten beispielsweise die Formen übt. Qi Gong ist immer eine Übung für Körper und Geist gleichermaßen. Selbst wenn man die Muskeln und Gelenke exakt wie vorgegeben bewegen und alle Techniken von außen korrekt ausführen sollte, so bleibt dennoch alles nur Form im Sinne von einfacher sportlicher Gymnastik. Erst durch die wirklich hundertprozentige Konzentration, den gesammelten Geist, das aufrichtige In-sich- und Um-sich-Fühlen und die vollkommene Koordination von Körper und Geist wird aus zu erübenden Formen Qi Gong. Wer diesen Umstand erst einmal begriffen hat und sich danach richtet, der wird bald deutliche Veränderungen seiner selbst und seiner Techniken erfahren.3

Man darf vor diesem Hintergrund die chinesische Philosophie nicht außer Acht lassen, denn sie ist der Ausgangspunkt sämtlicher asiatischer Weg-Übungen, wobei der Daoismus dazu die Basis bildet. Die aufmerksame Betrachtung der Natur und deren Verständnis sind seine wesentlichen Merkmale. Durch die Beobachtung der Natur kann der Mensch die Rhythmen und die Regeln der Naturabläufe, denen der Mensch schließlich auch unterworfen ist, verstehen lernen. Durch sein Verständnis, das allein durch das „Herz“ und nicht durch den Intellekt gewonnen werden kann, vermag er auch sich selbst und seinen Platz in der Welt zu begreifen. Die Daoisten gehen davon aus, dass alle Wesen und Dinge der Welt eine eigene Aufgabe haben und einen vorgegebenen Rhythmus des Lebens in sich tragen. Darin besteht der ganz individuelle Teil der übergeordneten Naturgesetze des Dao. Versteht man das Dao, kann man mit sich selbst in Frieden und Harmonie leben. Zufriedenheit und intuitives Leben kennzeichnen diesen Zustand des Gefühls der Einheit mit der ganzen Welt.

Dieser Gedanke prägte auch die Kampfkünste wesentlich. Über viele Jahrhunderte hinweg waren die Kampfkünste ein Weg zu dieser geistigen Schule. Für viele waren sie keineswegs nur Selbstzweck, sondern der Weg, um zum „ganzen Menschen“ zu werden. Daher ist die Philosophie keineswegs ein bloßes Beiwerk, sondern vielmehr der Ausgangspunkt aller Kampfkünste gewesen. Dabei war das Endziel klar definiert: Es bestand in der vollkommenen Weisheit. Das Bild des Meisters, der in Gelassenheit und Ruhe lebt und immer angemessen und natürlich reagiert, stellte danach die höchste Stufe der Vervollkommnung dar.

Man kann dies als den Weg des Menschen umreißen, der nach dem Sinn des Lebens sucht und seine Persönlichkeit einer Schulung in Selbstbetrachtung unterwirft. Dieser Gedanke wurde später auch im Chan (Zen) aufgegriffen und bestimmte alle Künste in Asien.4

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Ich bitte die geneigten Leser, dass mitunter uneinheitliche Schriftbild zu entschuldigen. Dieser Umstand ist der Notwendigkeit geschuldet, den ursprünglichen Text von einem Word-Dokument hier in diesen Blog einfügen zu müssen.

In diesem Sinne verbleibe ich einmal mehr,

Euer Sifu Kai
 

Sonntag, 5. Mai 2013

Die gute Idee für den Monat Mai



Liebe Leserinnen und Leser,

nachdem mein alter PC nach zehnjähriger Dienstzeit vor einer Woche das Zeitliche gesegnet hatte, erscheint nun heute mit geringer Verspätung mein neuer Beitrag zum Monatsbeginn.

"Alles neu macht der Mai" - so besagt ein altes Sprichwort.
Und warum sollten nicht wir Menschen uns ein Beispiel an dem Erwachen und der Erneuerung in der Natur nehmen? Daher lautet mein Vorschlag für diesen Monat: Beschreitet den Weg der Selbsterneuerung und werft überflüssigen Ballast und drückende Altlasten von Euch!
Wie heilsam für die Seele eine solche "Erneuerungskur" sein kann, ist ja inzwischen vielfach wissenschaftlich / medizinisch belegt. Indem man sich von hemmendem und unnützem Ballast befreit, wird man auch wieder offener für Neues.

Diese Offenheit kommt auch wieder unserer Entwicklung in der Kampfkunst zugute.
Denn da sich die Gegebenheiten des Kampfes mit der Zeit immer weiterentwickelt und verändert haben, ist für den Kampfkünstler, der auch immer die realitätsorientierte Selbstverteidigung im Auge behalten sollte, nichts so schädlich, als wenn er in Doktrinen und festgefahrenen Verhaltensmustern, die früher vielleicht einmal Sinn ergeben haben mögen, unabänderlich verharrt. Eine Bereitschaft zur Anpassung an die modernen Gegebenheiten des Kampfes und zum Dazulernen in punkto Entwicklung der Kampfkünste, welche ja auf dem Zeitstrahl stetig voranschreiten und nicht etwa in der Feudalzeit stehengeblieben sind, wird ebenso notwendig erscheinen wie eben auch eine Trennung von inzwischen überholten und daher sinnlos gewordenen Verhaltensmustern.

Welche Qi Gong - Übungen uns nun dabei unterstützen können, wieder neue Energien zu tanken und dadurch auch offener für neue Impulse (auf allen Ebenen des Lebens) zu werden, sei durch die Verknüpfung zu folgendem Clip auf meiner Youtube-Präsenz veranschaulicht:

http://www.youtube.com/watch?v=XTMiO08IVj0

Ich demonstriere darin die Qi Gong Yang Cheng - Übungen, die sich ganz besonders zur Regeneration und Energiesammlung eignen.
Ausgehend von der Übung der "Stehenden Säule" (Zhang Zhuan Gong), die hier in der Ausprägung "Den Ball halten" gezeigt wird, beginne ich den Übungskomplex mit der Bewegungsform "Der grüne Drache trinkt Wasser". Danach folgt "Den Mond aus dem See fischen" und daran anschließend "Das Unendliche einatmen". Als nächstes präsentiere ich in dem Clip die Bewegung "Das Schwert des Lebens", um den Zyklus dann mit "Das Qi einatmen" abzuschließen. Am Ende wird dann nochmals die "Stehende Säule" mit der Übung "Den Ball halten" ausgeführt.
Wer diese Übungen regelmäßig und nach Möglichkeit im Freien, im besten Fall noch an einem (Fließ-)Gewässer ausübt, wird schon bald den reinigenden und stärkenden Effekt dieser Arbeit mit der Lebensenergie "Qi" verspüren.

In diesem Sinne bleibt mir nur noch, allen Mitlesenden einen energiegeladenen und freudvollen Wonnemonat Mai zu wünschen!

Euer Sifu Kai

Mittwoch, 3. April 2013

Die gute Idee für den Monat April



Liebe Leserinnen und Leser,

auch wenn es derzeit hierzulande noch nicht danach aussieht: Der Frühling steht vor der Tür.
Bald beginnt auch wieder die Strand- und Freibadsaison, und wer an diesen Orten eine möglichst gute „Figur abgeben“ möchte, sollte nun damit beginnen, den Körper wieder auf Sommerform zu bringen.
Ganz sicher betrifft es keinen einzigen der Mitlesenden, denn wir sind ja alle daran interessiert, unsere Körper das ganze Jahr über in trainiertem Zustand zu halten; für die wenigen Einzelfälle, die über den Winter vielleicht doch ein wenig das Training haben schleifen lassen, möchte ich dennoch für diesen Monat folgenden Vorschlag unterbreiten: Probiert doch einmal ein Training lediglich mit dem eigenen Körpergewicht (Bodyweight Training) anstatt nach Hanteln zu greifen oder gar im Fitnessstudio an Maschinen den Körper zu stählen!
Das Training mit dem Körpergewicht bietet viele Vorteile und hat erwiesenermaßen schon bei einer großen Anzahl von Menschen zu hervorragenden Resultaten geführt. Nicht umsonst nutzen inzwischen die Elitetruppen des Militärs – von den Navy SEALs über die Army Green Berets bis hin zu den Air Force Special Tactics Operators – diese Übungen als Basis ihres Krafttrainings. Man darf nicht vergessen, dass seit Tausenden von Jahren die größten Athleten der Menschheit sich eben nicht auf ein Fitnessstudio oder ein paar Hanteln verlassen haben – seien es nun die Olympioniken im antiken Griechenland (für die Kampfkunst von besonderer Bedeutung: das Pankration!) oder die militärischen Spezialkräfte von morgen.
Durch das Training mit dem eigenen Körpergewicht wird man in die Lage versetzt, genau dort zu trainieren, wo man sich gerade befindet, egal, ob im Wohnzimmer, Schlafzimmer, in der Garage, im Garten, im Büro oder wo auch immer. Der eigene Körper ist quasi das einzige „Gerät“, das immer bei einem ist. Er steht einem immer zur Verfügung. Auch wird man keine endlosen Stunden mehr im Fitnessstudio verbringen müssen, da sich die Trainingszeit mit dem eigenen Körpergewicht auf etwa zwei Stunden pro Woche (!) veranschlagen lässt.
Durch diese Form des Trainings werden außerdem nicht nur alle wichtigen Muskelgruppen, die für den Alltag benötigt werden, gekräftigt, sondern zusätzlich wird auch noch bewirkt, dass Muskeln und Gelenke beweglich und elastisch gehalten werden, die Leistung von Herz, Lungen und Körperorganen wird verbessert, die Anfälligkeit für häufige Verletzungen und degenerative Herzerkrankungen wird verringert und emotionale und nervliche Anspannung wird reduziert.
Und seien wir mal ehrlich: Wer glaubt denn wirklich, dass wir geschaffen wurden oder uns weiterentwickelt haben, damit wir Maschinen brauchen, um fit bleiben zu können?
Es ist einfach nur dem Mangel an Wissen über die Möglichkeiten des eigenen Körpers geschuldet, dass die ständige Nachfrage der Menschheit nach sinnlosen Fitnessspielereien am Leben erhalten bleibt.
Die Abhängigkeit von Geräten, Trainern und weitverbreiteten Irrtümern in der sogenannten Fitnessbranche sind genau genommen nichts anderes als Krücken, die einen davon abhalten, in die persönliche Bestform zu gelangen. So betrachtet könnte man meinen heutigen Beitrag auch als einen Aufruf zurück zur Natur werten.
Denn vergessen wir nicht – unsere Fitness sollte von nichts abhängen außer von uns selbst!

Wer sich nun für das Bodyweight Training interessieren sollte, dem kann ich guten Gewissens folgende Publikation empfehlen: Lauren, Mark: Fit ohne Geräte. Trainieren mit dem eigenen Körpergewicht. München 2011.
In diesem Buch lassen sich diverse Anleitungen zu sinnvollen Übungen mit dem eigenen Körpergewicht finden, die detailliert erklärt und mit Fotos veranschaulicht werden. Außerdem werden am Ende des Buches noch fertig ausgearbeitete Übungsprogramme für Einsteiger bis hin zu Spitzensportlern präsentiert.
Nun bleibt mir nur noch, allen Mitlesenden ein frohes und ertragreiches Training zu wünschen, auf dass der Sommer uns alle mit attraktiven Strand-Figuren antreffen möge!

In diesem Sinne verbleibe ich einmal mehr,

Euer Sifu Kai

Sonntag, 17. März 2013

Über die Vorteile der Verbandsunabhängigkeit

Liebe Mitlesende,

des öfteren wurde ich schon gefragt, warum ich mich als Sifu für Wing Chun keinem großen Dachverband (wie z.B. der EWTO oder der IWKA ) angeschlossen habe, sondern lieber verbandsunabhängig unterrichte.
Nun, einerseits gehöre ich ja der International Sifu Federation und dem Yip Man Martial Arts Sifu Council an, welche Fachabteilungen der Martial Arts Association – International sind, und andererseits möchte ich die betont unabhängige Unterrichtsweise meines Sifu fortführen, der stets systemübergreifend unterrichtet hat, auch wenn er vordergründig eine Orientierung an der Yip Man – Version des Wing Chun vorgenommen hatte, in die auch Elemente aus der Lo – Familie integriert worden sind. Da ich selbst auch die Unterrichtspraktiken der EWTO kenne und obendrein Einblicke in die Ideen der EBMAS und IWKA erhalten durfte, denke ich, dass ich die systemübergreifende Unterrichtsweise meines Lehrers in seinem Sinne werde fortführen können, denn für mich persönlich stellt der freie, unbeschränkte Geist (nicht nur in der Kampfkunst) die höchste Maxime dar.

Welche Vorteile bietet nun eine Verbandsunabhängigkeit?
Zuerst einmal muss man bedenken, dass leider nicht jede Wing Chun – Schule dem Schüler eine ehrliche, faire und vertrauenswürdige Basis bietet. Man darf nie vergessen, dass sich eine gute Wing Chun – Schule nicht durch die Kampfstärke des Lehrers auszeichnet, sondern durch die Art und Weise, wie Wing Chun vermittelt wird.
Auch existieren viele Schulen, die in den ersten Jahren (!) gar kein Wing Chun oder höchstens kleine Bruchstücke davon unterrichten. Ein Konglomerat aus diversen Verteidigungs- und „Defence“- Stilen wird da häufig als Wing Chun – Technik verkauft, und der unbedarfte Laie erkannt meist erst nach (mehr oder weniger verlorenen) Jahren, dass er nur Zeit vergeudet und eben kein Wing Chun gelernt hat.
Da es jedoch ganz offensichtlich keinen Sinn machen kann, Wing Chun als eine effektive Kampfkunst zu bezeichnen, dann aber zuerst etwas ganz anderes zu unterrichten, lehre ich nach den Maßstäben meines Sifu vom ersten Tag an offen und ehrlich und ohne alle Schnörkel oder sonstigen Verzierungen / Abwandlungen Wing Chun.

In einigen Wing Chun-Schulen gleichen die Verträge wahren Pflichtenkatalogen: Der Schüler wird im Regelfall auf 12 Monate zur Zahlung von Monatsbeiträgen, aber zusätzlich auch noch zur Zahlung von einem oder mehreren Jahresbeiträgen an verschiedene Unternehmen verpflichtet.
Der "Mitgliedsantrag" besteht oft aus zwei oder drei Verträgen mit diversen GmbHs oder GmbH&Co. KGs und enthält für den Schüler nur (Zahlungs-)Pflichten ohne die Gegenleistung detailliert zu beschreiben.
Bei mir hingegen zahlt der Schüler lediglich vor Beginn der jeweiligen Unterrichtseinheit an mich persönlich.
Erscheint er nicht zum Unterricht, braucht er auch nichts zu zahlen. Somit entsteht ein konkretes Vertrauensverhältnis aus Leistung und Gegenleistung. Der Schüler weiß genau, was er vom Unterricht erwarten darf und wofür er seinen Beitrag entrichtet.

In vielen Wing Chun-Schulen ist es üblich , dass der Schüler erst eine (kostenpflichtige) Prüfung ablegen muss, bevor er neue Programme erlernen darf. Bei mir erhält jeder die Chance, in seiner persönlichen Geschwindigkeit Schritt für Schritt das komplette Wing Chun-System zu lernen. Es gibt bei mir auch keinen Prüfungszwang, keine "Wartezeiten" oder sogenannte "Mindestvorbereitungszeiten".
Oftmals wird in einigen Schulen auch das Chi Sao überbewertet. Zwar darf der Spruch „Das Herz des Wing Chun sind die Chi-Sao-Sektionen“ seine Gültigkeit beanspruchen, nicht umsonst gibt es neunzehn Sektionen für das Chi Sao, jedoch betrachte ich den Umstand, die Schüler pro Sektion bis zu 250 € zahlen zu lassen, wie es nicht selten vorkommt, doch als Abzockerei. So darf es auch nicht verwundern, dass man in einigen Verbänden den Preis eines Oberklassekraftfahrzeuges einrechnen muss, bis man das komplette System erlernt hat.
Da das Chi Sao aber zum Wing Chun dazugehört wie die Blüte der Bäume zum Frühling, sehe ich keinen Sinn darin, diese Übungen aus dem Unterricht auszuklammern und extra bezahlen zu lassen. Das Chi Sao wird bei mir in das Training integriert und begleitet das Erlernen der Formen und der Partnerübungen.

Wie man sieht, ergeben sich aus der Verbandsunabhängigkeit einige nicht zu unterschätzende Vorteile, die vor allem den Schülern zugute kommen.

Um sich im Dschungel der diversen Verbände ein wenig orientieren zu können, präsentiere ich hier nun noch einmal einen groben Überblick über die Entwicklung des Wing Chun zu den heutigen – meist miteinander konkurrierenden – Dachverbänden:

Wing Chun wurde über Generationen hinweg nur im engsten Kreis weitergegeben. Erst unter Yip Man wurde Wing Chun auch in einer breiteren Öffentlichkeit unterrichtet.
Im Laufe der Zeit haben die von Yip Man unterrichteten Schüler ihre eigenen Schülergenerationen hervorgebracht. Zwischen den einzelnen Generationen bestehen Unterschiede in manchen Ansichten zu dem Wing Chun-System. Zur Unterscheidung nach außen wählten die Vertreter der unterschiedlichen Ansichten deshalb andere Schreibweisen.
Die chinesischen Schriftzeichen wurden von Yip Man als „Ving Tsun“ in lateinische Buchstaben umgesetzt. Diese Schreibweise verwendet auch die Wong Shun Leung-Linie. Einige seiner Schüler bevorzugten die amerikanische Schreibweise „Wing Chun“, so z.B. auch Bruce Lee, aber auch Yip Mans Söhne und William Cheung. Auch in Europa hat sich die Schreibweise „Wing Chun“ als übergreifende Bezeichnung weitgehend durchgesetzt  Yip Mans letzter Schüler Leung Ting verwendete zunächst zur Abgrenzung die Variante „Wing Tsun“ und später die zusammengezogene Schreibweise „WingTsun“.

Bruce Lee, der ebenfalls von Yip Man gelernt hatte, gründete sein eigenes Kampfkonzept namens „Jeet Kune Do“. Neben all diesen existieren einige weitere nahmhafte Schüler Yip Mans, die ihren eigenen Stil - und damit eben auch ihre eigene Schreibweise - begründet haben.
In Deutschland gibt es derzeit eine Vielzahl von Schreibweisen und Verbänden.

In der Hoffnung, mit diesem Beitrag meinen Standpunkt zum Thema Verbandszugehörigkeit ein wenig dargelegt zu haben, verbleibe ich wieder

Euer Sifu Kai



Freitag, 1. März 2013

Die gute Idee für den Monat März

Liebe Mitlesende,

nachdem ich für den Februar den Vorschlag unterbreitet hatte, Tätigkeiten des Alltags mit der schwächeren Hand auszuführen, möchte ich nun für den März anregen, öfter mal nur auf einem Bein zu stehen.
Wie wir alle wissen, schult das Stehen auf einem Bein das Gleichgewicht in besonderem Maße und stellt eine Herausforderung an den Gleichgewichtssinn und an die Koordination diverser Muskelgruppen des Körpers dar. Auf der Fotoillustration (entstanden im Jahr 2009) sieht man den Autor beim Üben einer Position aus der Zhan Zhuang Gong (Übungen der stehenden Säule), die dem Qi Gong zuzurechnen ist und in dieser Ausprägung die fortgeschrittene Version auf einem Bein der Figur "Den Baum umarmen" darstellt. Während bei dieser Übung auf einem Bein gestanden wird, während der Körper sich lediglich in einer ruhenden Position befindet, so kann man jedoch auch den Schwierigkeitsgrad noch steigern, indem man auf einem Bein stehend Bewegungen mit den oberen Extremitäten ausführt. Das Üben der Siu Nim Tao - Form auf einem Bein stellt im Wing Chun eine beliebte Trainingsmöglichkeit dar, zusätzlich zu den Handtechniken auch noch einen stabilen, verwurzelten Stand auszubilden und die Kraft in den Beinen zu schulen.
In der Kampfkunst entscheidet ein stabiler, verwurzelter Stand, der trotz alledem noch eine hohe Flexibilität erlaubt, zu einem großen Teil mit über den Erfolg im praxisorientierten Kämpfen. Ich möchte jetzt nicht eine Diskussion über die verschiedenen Lösungsansätze und Tauglichkeiten der Stände diverser Kampfkunstrichtungen (Stichwort: hohe und tiefe Stände) anstoßen, sondern will ganz einfach nur darauf hinweisen, dass eine gute Balance im Sinne eines harmonischen Körpergefühls und Gleichgewichtsempfindens für die Kampfkunst unablässlich ist.
Doch auch aus der Sicht der allgemeinen Gesundheitsvorsorge ist eine Schulung des Gleichgewichtssinnes sehr zu empfehlen. So kann dadurch dem tückischen und gefürchteten Altersschwindel vorgebeugt werden, der viele ältere Menschen von diversen Aktivitäten ausschließt, da sie von der Furcht beherrscht werden, sie könnten stürzen und sich ernsthafte Verletzungen zuziehen. Daher ist es auch aus gesundheitssportlicher Sicht äußerst sinnvoll, rechtzeitig daran zu arbeiten, sich ein stabiles Maß an Gleichgewichtssinn durch regelmäßige Übungen zu erhalten.
Bevor ich für heute zum Schluss komme, möchte ich noch anmerken, dass es neben den spezifischen Übungen noch vielerlei Möglichkeiten gibt, das Gleichgewicht zu schulen. So kann man beispielsweise einfach öfter mal auf einem Bein stehen, während man sich ankleidet, während man telefoniert oder während man sich die Haare kämmt... Dem Einfallsreichtum sind auch in dieser Hinsicht praktisch keine Grenzen gesetzt, so dass auch niemand eine ernsthafte Ausrede vorbringen kann, warum er die Schulung des Gleichgewichtssinnes eventuell vernachlässigt.
In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern viel Spaß beim Üben und verbleibe einmal mehr

Euer Sifu Kai

Sonntag, 17. Februar 2013

Über "Weichheit" im Wing Chun


Liebe Mitlesende,

nachdem ich jüngst wieder einmal in eine Diskussion über die Bedeutung von Weichheit im Wing Chun verstrickt worden bin, möchte ich Euch an meinen Ideen und Überzeugungen zu diesem Thema teilhaben lassen. Ich bin mir bewusst, dass es unterschiedliche Ansichten darüber gibt, und sicher dürfen diese Ansichten für die Vertreter anderer Linien innerhalb der großen Wing Chun - Familie auch ihre volle Gültigkeit und Berechtigung beanspruchen. Auch denke ich keinesfalls, dass ich mit meiner Auslegung, die sich im Rahmen der von mir erlernten Wing Chun - Linie bewegt, der Weisheit letzten Schluss für mich beanspruchen dürfte. Ich möchte lediglich meine Gedanken dazu präsentieren.

Die Weichheit im Wing Chun ist untrennbar mit den taoistischen Prinzipien verbunden. Letztendlich bedeutet Weichheit nichts anderes, als die Schwäche zur Stärke zu machen. Vergessen wir nicht: Wing Chun wurde von einer Frau entwickelt! Das bedeutet jetzt natürlich nicht, dass alle Wing Chun - Ausübenden Schwächlinge sein müssen.
Viel mehr sollte man bestrebt sein, Freude an der Harmonie zu empfinden und nicht mehr unbedingt "mit dem Kopf durch die Wand" zu wollen. Somit bedeutet "weich" im Wing Chun für mich keinesfalls "schwach". "Weich" heißt für mich flexibel, anpassungsfähig und geschmeidig zu sein. Als Gegensatz könnte man die Starrheit anführen, die mit den Attributen unbeugsam, tot und brüchig einhergeht.
Selbstverständlich sollte man sich nicht scheuen, die Muskeln einzusetzen, denn wie sonst könnte man wohl eine explosive Technik hervorrufen? In einer weichen Kampfkunst entspannt man zunächst daher alle Muskeln und setzt dann allmählich nach Bedarf immer weitere ein.
Um die Weichheit zu entwickeln empfehle ich speziell die Siu Nim Tao - Form sowie Chi Sao - Training.

Nun gibt es Stimmen, die berechtigterweise behaupten, dass sich ein Kampf - zumal für Anfänger - nicht allein durch Weichheit gewinnen lässt. Jedoch ist die Weichheit mit eine der Voraussetzungen, wenn man einen Kampf nach den Wing Chun - Prinzipien bestreiten möchte. Und dennoch wird die Praxis, die Schüler von Beginn an auf Weichheit zu trimmen, von manchen Wing Chun - Vertretern kritisiert. Diese Leute behaupten nämlich, dass der Schüler dadurch im Grunde um den Entwicklungsschritt der enorm wichtigen Struktur beraubt wird , indem man ihn ständig an die Weichheit gemahnt, ohne darauf hinzuweisen das ein Angriff auch mal recht hart und kraftvoll sein kann. Da wird wie folgt argumentiert: "Der Starke ist in erster Linie erfolgreich, was seine Selbstverteidigung angeht und quält sich nicht jahrelang mit 'Weichwerden' ab. Weich kann es ja immer noch werden. Dieser Prozess vom 'Harten zum Weichen' ist enorm wichtig für die Entwicklung des Schülers und darf unter keinen Umständen vorenthalten werden. Wenn ich nicht weiß was 'hart' ist, wie soll ich für mich einschätzen lernen, was mit 'weich' gemeint sein soll."
Auch wird von der selben Seite dann gerne darauf hingewiesen, dass es selbst im WT Stilrichtungen gibt, welche in ihrer "Härte" dem Karate in nichts nachstehen. So hätten die meisten hohen Meister nämlich vom Harten zum Weichen diese Entwicklung selbst beschritten - wer es nicht glaubt, sehe sich alte Bilder in Büchern oder Zeitschriften der üblichen Verdächtigen einfach mal genauer an.

Zu diesen Behauptungen möchte ich nun wie folgt Stellung nehmen:
Da ja das WT hier aufgeführt wurde, so darf doch nicht vergessen werden, dass Keith R. Kernspecht, der des öfteren auch schon als "Vater des WT in Europa" bezeichnet worden ist, auf eine lange Zeit in der Krafttrainingsszene zurückblicken kann und selbst den Weg von "harten" Stilen zum "weichen" WT beschreiten musste. Nach seiner eigenen Aussage tat er sich dabei längere Zeit nicht gerade leicht.
Ich selbst bin über harte Stile zum weicheren Wing Chun gekommen und hatte anfänglich auch Startprobleme, die sich erst im Rahmen von Privatunterricht beheben ließen.
Die Erkenntnis, dass ein Mehr an Kraft letztendlich den Ausschlag in einem Kampf geben kann, hatte ja bereits Eberhard Schneider in seinem Buch "Krafttraining für Kung Fu und Karate" dargelegt.
Nicht umsonst wird das Wing Chun - Training ja auch durch spezifische Kraftübungen belebt, die Arbeit mit dem Langstab sei hier nur als ein Beispiel genannt.
Dennoch ist nichts falsch daran, die Schüler von der ersten Stunde an auf Weichheit zu trimmen. Und dieses Konzept besagt ja noch lange nicht, dass ein Angriff (der ja bekanntlich auch die beste Verteidigung ist) nicht trotzdem auch explosiv und daher kraftvoll vorgetragen werden kann. Es mag ja sein, dass der Starke (im Sinne von physischer Überlegenheit durch Körpergewicht und Muskelmasse) mit seiner auf Härte und brachialer Gewalt, wo meist Kraft gegen Kraft gesetzt wird, so dass der Kräftigere letztendlich Sieger bleiben wird, basierenden Selbstverteidigung erfolgreich ist. Nur hat das dann mit den Wing Chun - Prinzipien nur noch herzlich wenig zu tun. Und ich denke eben nicht, dass dieser Typus Kämpfer noch eines Tages wirkliche Weichheit erlangen wird.
Wie der weiter oben bereits genannte "Vater des WT in Europa" einmal recht treffend anmerkte: "Wer in der Jugend hart beginnt, wird im Alter nicht weich, sondern höchstens schwach und brüchig".
Mir ist auch keine Wing Chun - Stilrichtung bekannt, die in ihrer Härte dem Karate ähneln würde. Und wie wir sicher alle wissen, gibt es auch im Karate innerhalb der einzelnen Stilrichtungen noch Unterschiede und Abstufungen in punkto Härte bzw. relative "Weichheit".
Ich denke daher, wenn man schon die Chance hat, einem Schüler, der nicht zuvor durch härtere Stile für die Weichheit "verdorben" worden ist, gleich von Beginn an die Weichheit zu vermitteln, dann wäre es ein Fehler, diese Chance nicht zu nutzen. Denn als Sifu darf man in erster Linie nur eines im Auge haben: das Wohl und den Fortschritt seiner Schüler.

Letztendlich muss man in diesem Zusammenhang das Wissen um das Zusammenwirken der Kräfte Yau und Gong hinzuziehen. "Yau" entspricht dabei der Federkraft - sie ist passiv, weich, elastisch, federnd und flexibel.
"Gong" hingegen ist die primitive, brutale Kraft, die bei obigem Beispiel dann durch die brachiale Selbstverteidigung des "Starken" symbolisiert werden würde. Die im Wing Chun angewandte Kraft ist Yau.
Das bedeutet nicht, wie manche Kampfsysteme irrtümlich glauben, dass es sich um eine schwache Kraft handeln muss. Denken wir doch z. B. einmal an die Feder in einem Auto. Auch innerhalb der Yau-Kraft kann man diffe­renzieren zwischen einer großen und einer kleinen Kraft, ebenso wie es große und kleine Federn gibt. Es gibt starke und schwache Yau-Kräfte; wie es starke und schwache Federn gibt.
Daher ist der Unterschied zwischen Yau und Gong nicht quantitativ, sondern qualitativ zu bewerten.

Ich habe als Illustration zu dem heutigen Beitrag frische grüne Weidenruten gewählt.
Ganz bewusst habe ich mich gegen die Darstellung von Bambus oder Rattan, die sonst so gerne in ähnlichem Zusammenhang in der Kampfkunstwelt aufgeführt werden, entschieden. Denn die Weidenrute ist einerseits extrem "weich" und biegsam, kann aber auch aufgrund ihrer Elastizität in einer federnden Schnellbewegung eine erstaunliche Kraft entfalten. Jeder, der schon einmal einen Hieb mit einer solchen Rute erhalten hat, wird nachvollziehen können, was ich hiermit verdeutlichen will.
Außerdem gilt die Weide in China als Symbol für den Frühling, und Wing Chun bedeutet nun einmal so viel wie "immerwährender Frühling"...

In der Hoffnung, dass der Frühling auch meteorologisch bald hierzulande Einzug halten möge, verbleibe ich wieder

Euer Sifu Kai

Sonntag, 10. Februar 2013

Das Jahr der Schlange hat begonnen...


Liebe Leserinnen und Leser,

das chinesische Jahr der Schlange hat begonnen. Die Chinesen sagen den Menschen, die im Jahr der Schlange geboren wurden, einige interessante Eigenschaften nach: gutes Aussehen, Charme, Intelligenz, Entschlussfreudigkeit und eine scharfe Beobachtungsgabe. Wenn die Charaktere eher zu der dunklen Seite tendieren, dann können sich zu den vorher genannten positiven Eigenschaften auch noch Aggressivität und Tyrannei hinzugesellen.
Ein lateinisches Sprichwort belegt die Schlange mit folgenden mahnenden Worten: Nemo me impune lacessit.
Das ließe sich in etwa wie folgt übertragen: Niemand tritt mir zu nahe (beleidigt mich), ohne verletzt zu werden. Diese Erkenntnis kann man auch trefflich auf die anzustrebende charakterliche Eigenart eines Wing Chun - Kämpfers anwenden, die sich in den Worten zusammenfassen lässt: Ich kümmere mich um meine eigenen Angelegenheiten, aber wenn du Ärger suchst, dann werde ich dir eine Welt voller Schmerzen verschaffen.

Ich wünsche allen Mitlesenden ein frohes chinesisches Neujahr und möchte alle ermuntern, in diesem Jahr die besondere innere Einstellung der Schlange zu beherzigen und mitunter auch nach außen zu tragen.

Euer Sifu Kai